Presseaussendungen

Bilanz 10 Jahre proPellets

Nach dem Pellet-Boom zurück zum billigen Öl? Wie ernst nehmen wir den Klimaschutz?

Wien, 6. Oktober 2015 – Auf gut 1,5 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr ist die Kapazität der heimischen Pelletsproduzenten angestiegen. Mehr als 120.000 Pelletheizanlagen sind in Österreich installiert. Die heimischen Pelletkesselerzeuger sind Exportmeister: mehr als 70% der Kessel gehen in das Ausland. Über 1 Million Tonnen CO2 sparen die installierten Pelletheizungen gegenüber Heizöl pro Jahr ein. Mit dem fallenden Heizölpreis hat der Pelletsboom allerdings einen kräftigen Dämpfer bekommen. Der Branchenverband proPellets mahnt daher bei den Entscheidern für die Klimaschutzpolitik an: Eine erfolgreiche Energiewende kann es nur unter Einbeziehung des Heizungsmarktes geben. Das bedeutet aber auch, dass sich die immensen Kosten des Klimawandels in den Preisen fossiler Energieträger wiederspiegeln müssen.

 

Der steile Aufstieg einer Branche

Die Pelletswirtschaft ist in Österreich keine 20 Jahre alt. 1996 wurden in Amstetten die ersten Pellets erzeugt. Zu gleichen Zeit brachten die österreichischen Kesselbaupioniere auch die ersten Pelletheizkessel auf den Markt. Ende 2014 waren in Österreich bereits 117.839 Pelletskessel im Betrieb. Heute sind die heimischen Pelletkesselhersteller Weltmarktführer mit einem Exportanteil von vielfach über 70%. Österreichische Kessel werden in ganz Europa aber auch in Nord- und Südamerika und selbst Japan vertrieben. Selbst das englische Königshaus heizt mit Kesseln made in Austria.

Die Produktion von Pellets stieg von praktisch Null auf 948.000 Tonnen im Jahr 2014. Die Produktionskapazität der 38 österreichischen Pelletierwerke beträgt mittlerweile gut 1,5 Mio Tonnen pro Jahr. Im internationalen Vergleich liegt Österreich bei der Nutzung von Pellets als Heizmaterial mit einem Pro Kopf Verbrauch von ca. 95 kg weltweit hinter Schweden und Dänemark an 3. Stelle.

Pellets auch in Deutschland am Wärmemarkt präsent

Auch in anderen Ländern haben sich Pellets als Alternative zu Heizöl etabliert. So wurden im Nachbarland Deutschland in den letzten Jahren bis zu 30.000 neue Pelletsheizkessel pro Jahr installiert. Der jährliche Pelletverbrauch liegt bei rd. 2 Millionen Tonnen. Deutschland ist damit der wichtigste Exportmarkt für österreichische Pelletkesselhersteller.

Martin Bentele, Geschäftsführer beim Deutschen Energieholz- und Pelletverband (DEPV): „Der Erfolg von Pellets liegt in ihren vielfachen Vorzügen: Bei einer weitgehenden Klimaneutralität verfügen Pellets über ein hervorragendes Emissionsverhalten und garantieren hohen Komfort. Dazu sind sie wirtschaftlich und passen zu Österreich wie auch zu Deutschland, denn sowohl die Feuerungen wie auch der Rohstoff sind hightech und „von hier“! Wenn die Politik zum Klimaschutz eine hohe CO2-Einsparung mit vertretbarem Aufwand betreiben will, wird sie an Heizen mit Pellets nicht vorbei kommen!“

10 Jahre proPellets Austria

Im Jahr 2005 haben sich heimische Pelletproduzenten, Pelletkesselerzeuger und Pellethändler aus eigener Initiative im Verein proPellets Austria zusammengeschlossen. Ziel war es, die Verbreitung von Pelletheizungen zu fördern und eine gemeinsame Interessensvertretung zu etablieren. Heute vertritt der Verband einen Großteil der Marktakteure. Derzeit sind 14 Pelletproduzenten, 9 Kessel- und Ofenhersteller und 25 Pellethändler sowie 10 weitere Unternehmen aus der Wertschöpfungskette Mitglieder von proPellets Austria.

proPellets Austria hat als Interessenvertretung wichtige Impulse auf österreichischer aber auch auf europäischer Ebene für diese Entwicklung gesetzt:

 

Der wirtschaftliche und ökologische Beitrag

Pellets leisten mittlerweile einen relevanten Beitrag für die heimische Wirtschaft. Der gesamte Bereich der energetischen Nutzung von Holz, dem dem Pellets zuzuordnen sind, erzielt laut einer Erhebung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT 2015) einen Beschäftigungseffekt von 3.800 Arbeitsplätzen in der Herstellung von Heizgeräten für biogene Brennstoffe und 10.200 Arbeitsplätzen im Bereich der Produktion, Bereitstellung, Handel und Verkauf von festen Biobrennstoffen.

Ein wesentlicher Vorteil von Pellets gegenüber anderen Energieträgern liegt in der exzellenten Ökobilanz. Mit Pellets kann eine Treibhausgasreduktion gegenüber Heizöl extra leicht von über 95% erreicht werden. Für einen konkreten Standort in Wels wurde erst kürzlich eine Reduktion von 98,9% berechnet. http://www.propellets.at/umweltfreundlich-heizen/

Pellets können auch einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Energiearmut leisten. Pelletkaminöfen bieten eine konkurrenzlos günstige Wärmeversorgung bei hohem Komfort. Eine von proPellets gemeinsam mit der Volkshilfe realisierte Initiative zeigte, dass Pelletkaminöfen Haushalten die von Energiearmut betroffen sind eine wesentliche Verbesserung ihrer Lebenssituation ermöglichen. http://www.propellets.at/de/heizen-mit-pellets/pelletkaminofen/energiearmut/

Wie ernst nehmen wir den Klimaschutz?

Der derzeit niedrige Ölpreis bremst den Pelletsboom markant. Konnten 2013 noch über 10.000 Pelletkessel in Österreich installiert werden, sanken die Installationen im Jahr 2014 auf ca. 6.000 und werden heuer möglicherweise noch niedriger liegen. Auch in den vergangenen Jahren verlief die Zahl der Neuinstallationen von Pelletkesseln weitgehend parallel zur Entwicklung des Ölpreises. Nur hohe Ölpreise sind für Endkunden eine ausreichende Motivation, um sich mit dem Thema Heizungserneuerung und Umstieg auf kostengünstigere Pellets auseinanderzusetzen.

Pellets könnten einen wichtigen Beitrag zu Energiewende leisten. Schon heute sparen die in Österreich installierten Pelletheizanlagen über eine 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr ein. Bei entsprechenden politischen Rahmenbedingungen wäre eine Verdoppelung in 10 Jahren leicht erreichbar.

Christian Rakos, Geschäftsführer von proPellets: „Wir haben in den letzten 10 Jahren viel erreicht. Die Einsparung von rund 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr durch die Nutzung von Pellets in Österreich ist ein beachtlicher Beitrag für den Klimaschutz. Wir können diesen Weg aber nur fortsetzen, wenn die Kosten fossiler Energieträger auch die enormen Schäden berücksichtigen, die durch den Klimawandel verursacht werden. Ohne Energiesteuer auf fossile Brennstoffe wird es aus heutiger Sicht keine Energiewende geben.“

Rückfragehinweis:
Dr. Christian Rakos
Geschäftsführer
proPellets Austria
Tel.: +43 664 5146412
rakos@propellets.at

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