News

22. Juli 2013

Heizkosten vergleichen, aber wie?

Bei Heizkostenvergleichen herrscht meist eine geringe Transparenz, sowohl im Hinblick auf Berechnungsgrundlagen als auch auf die Berechnungsmethode. Dadurch ist die Aussagefähigkeit dieser Vergleiche stark eingeschränkt und nicht nachvollziehbar. Die österreichische Energieagentur hat in den vergangenen Jahren unterschiedliche Kostenvergleiche für ausgewählte Heizsysteme entwickelt, um eine sachliche neutrale Bewertung zu erhalten.

Eine dieser Vergleichsrechnungen, nämlich der Heizkostenvergleich für EnergieberaterInnen, wird in  diesem Beitrag vorgestellt. Entnommen ist dieser Beitrag aus der Broschüre „Erneuerbare Wärme“ des österreichischen Biomasseverbandes.

Auf diese fünf Komponenten kommt es an

Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Heizsystemen nach ÖNORM M 7140 sind diese fünf Komponenten ausschlaggebend:

  1. Kapitalgebundene Kosten (Anfangs- und Ersatzinvestitionen)
  2. Verbrauchsgebundene Kosten (Betriebs- Heiz- und Hilfsmittel)
  3. Betriebsgebunden Kosten (Wartung, Instandhaltung, Reparaturen)
  4. Zins- und Preis- und Kostenfaktoren
  5. Nutzungsdauer der Anlage bzw. Anlagenteile

Berechnungen für Heizkostensysteme

Ein wichtiger Aspekt zur Berechnung künftiger Heizkosten ist die Entwicklung der Energiekosten. Die Österreichische Energieagentur analysiert die monatlichen Energiepreisänderungen. Basierend auf diesen Auswertungen können Preissteigerungsraten für die verschiedenen Heizmittel berücksichtigt werden. Die für die Berechnung erforderlichen Parameter, wie Betrachtungszeitraum, technische Nutzungsdauer, Nutzungsgrade, Preissteigerungsraten etc. müssen ausgewiesen und belegt werden. Normen geben grundsätzliche Richtwerte vor.

Heizkostenvergleich für EnergieberaterInnen

Der Heizkostenvergleich der Österreichischen Energieagentur wurde in Kooperation mit der Wien Energie für EnergieberaterInnen entwickelt. Auf zwei verschiedenen Wohnmodellen zeigt er spezifische Energiekosten von Raum- und Warmwasserheizungssystemen. Diese Modelle wurden noch einmal unterteilt in eine sanierte und unsanierte Variante.

Vergleich: unsaniertes und saniertes Einfamilienhaus

Die nächsten zwei Abbildungen zeigen die Ergebnisse des Heizkostenvergleichs für ein unsaniertes und für ein saniertes Einfamilienhaus.

Im unsanierten Einfamilienhaus machen die verbrauchsgebundenen Kosten (dunkelbrauner Teil der Balken) den überwiegenden Teil der Kosten für die Raumwärme aus. Unter diesen Bedingungen sind die biogenen Heizungsvarianten besonders vorteilhaft (gegenüber den fossilen Heizformen). Nur knapp 0,08 Euro pro Kilowattstunde kostet die Raumwärme bei Holzeinzelöfen. Werden Förderungen berücksichtigt, liegen die Kosten von neuen Pellets-Zentralheizungen an zweiter Stelle, im Bereich von neuen Gas-Brennwertsystemen (bei 0,13 Euro pro Kilowattstunde). Die älteren Öl-Heizwert-Zentralheizungen schneiden mit fast 0,22 Euro pro Kilowattstunde am schlechtesten ab.

Heizkostenvergleich Einfamilienhaus

Im sanierten Einfamilienhaus geht der Anteil der verbrauchsgebundenen Kosten (dunkelbrauner Teil des Balkens) für die Raumwärme erwartungsgemäß stark zurück. Knapp 0,15 Euro kostet die Kilowattstunde mit einer Scheitholzzentralheizung, während eine alte Öl-Heizwert-Zentralheizung mehr als die doppelten Kosten verursacht (0,32 Euro/kWh). Moderne Pelletheizungen liegen bei Berücksichtigung von Förderungen wieder im Bereich von Gasbrennwert-Systemen und deutlich vor den Wärmepumpen.

Heizkostenvergleich Einfamilienhaus

Fazit

Bei der Auswahl des geeigneten Heizsystems für den Neubau oder die Modernisierung stehen heutzutage zahlreiche Heizsysteme auf Basis fossiler sowie regenerativer Energieträger in unmittelbarer Konkurrenz. Ein seriöser Vergleich ist nur möglich, wenn die Vollkosten mit klar definierten Systemgrenzen festgelegt sind, die sowohl Investition als auch den Betrieb sowie den Verbrauch berücksichtigen. Ein solcher Vergleich ist der Österreichischen Energie Agentur durch die Entwicklung verschiedener Produkte und die Einhaltung der geltenden Normen und Richtlinien gelungen.

Facebooktwittergoogle_pluslinkedin

Weitere News