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2. April 2014

Heizsysteme Vergleich bei Erneuerung bestehender Ölheizungen

Heizsysteme Vergleich

Bei der Entscheidung für ein neues Heizsystem spielen wirtschaftliche, ökologische und Komfortgesichtspunkte eine wichtige Rolle.
Bereits beim Heizsysteme Vergleich werden Sie feststellen, dass sich nicht jedes Heizsystem für jedes Gebäude eignet. Bei der Erneuerung einer bestehenden Ölheizung in einem Einfamilienhaus gibt es grundsätzlich folgende 4 Optionen:

  1. Erneuerung des bestehenden Ölkessels durch einen neuen Ölkessel
  2. Ersatz durch eine Gasheizung, falls ein Erdgas Anschluss möglich ist
  3. Ersatz durch einen Pelletzentralheizungskessel
  4. Ersatz durch eine Wärmepumpe.

Bei letzterer ist zwischen einer Luft- und einer Erdwärmepumpe zu unterscheiden.

Wie schneiden diese Heizsysteme in den Dimensionen Wirtschaftlichkeit, Umweltbilanz und Komfort ab?

1. wirtschaftlichkeit

Abbildung 1 zeigt, wie die jährlichen Gesamtheizungskosten, die sich aus anteiligen Investitionskosten und laufenden Brennstoffkosten zusammensetzen von der Höhe des Energieverbrauchs abhängen. Die Grafik ist Ergebnis einer Studie der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik. Sie zeigt, dass Objekte mit einem relativ niedrigen Energieverbrauch ähnliche Heizkosten, unabhängig vom gewählten Energieträger, aufweisen. Bei Objekten, die einen hohen Energieverbrauch haben, zeigt sich ein klarer wirtschaftlicher Vorteil für Pellets oder Stückholz.
Grundsätzlich gilt, dass Heizkessel für Pellets in der Regel höhere Investitionskosten erfordern, dafür aber deutlich niedrigere Betriebskosten verursachen. Der aktuelle Preisvorteil von Holzpellets gegenüber Heizöl extraleicht liegt bei 45 %. Grafik 2 zeigt die Entwicklung der Energiekosten für Heizöl extraleicht, Erdgas und Holzpellets über die vergangenen 10 Jahre auf.

Vergleich Heizsysteme - jaehrliche Gesamtheizungskosten

Abb. 1: Vollkosten in Abhängigkeit vom Energieverbrauch, Studie der ÖGUT.

 

Nicht in der Studie der ÖGUT behandelt wurde die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe, da diese in erster Linie von den baulichen Gegebenheiten abhängt. Wärmepumpen stellen dann eine wirtschaftliche Lösung dar, wenn sie in Objekten eingesetzt werden, die über eine Fußboden- oder Wandheizung verfügen und die vorher einer thermischen Sanierung unterzogen wurden. Eine Grafik des klima:aktiv Programms „Erneuerbare Wärme“ verdeutlicht die Eignung unterschiedlicher Heizsysteme bei unterschiedlichen baulichen Voraussetzungen (Abbildung 2).

Bewertungsindex

Abb. 2: Die Bewertungsmatrix des klima:aktiv-Programms weist die Tauglichkeit diverser Heizsysteme für unterschiedliche Gebäudeklassen aus.

 

Luftwärmepumpen weisen ähnliche Investitionskosten wie Pelletheizungen auf. Die Betriebskosten liegen bei optimalen baulichen Voraussetzungen (Fußbodenheizung, thermisch saniertes Haus) in ähnlicher Höhe wie bei einer Pelletheizung. Für die Installation einer Erdwärmepumpe in einem bestehenden Haus werden in der Regel Tiefenbohrungen realisiert – die Investitionskosten liegen deutlich über denen einer Pelletheizung, die Betriebskosten liegen dafür bei guten baulichen Voraussetzungen etwas niedriger als bei Pelletheizungen.

Energiekostenvergleich pellets

Abb. 3: Längerfristige Kostenentwicklung der Energieträger Heizöl und Pellets

2. Umweltbilanz

Bei der Umweltbilanz schneiden Holzheizungen am besten ab, weil sie weitestgehend ohne fossile Energie (außer dem Strom zum Betrieb des Heizkessels) auskommen. Mit keiner anderen Maßnahme kann ein Haushalt so hohe Einsparungen an CO2-Emissionen erzielen wie mit einer Holzheizung. Bei einem Heizölverbrauch von 3.000 Liter werden  durch die Umrüstung auf eine Pelletheizung Emissionen von rund 8 Tonnen CO2 eingespart. Die ökologische Optimallösung ist die Kombination mit solarthermischen Kollektoren, die im Sommer die Warmwasserbereitung übernehmen.

Für die Ökobilanz einer Wärmepumpe ist entscheidend, wie viel Strom für die Bereitstellung der Wärme benötigt wird. Beim Vorhandensein einer durchgehenden Fußbodenheizung und gutem Dämmstandard kann realistisch eine Jahreszahl von 3 (Luftwärmepumpe) bzw. 4 (Erdwärmepumpe) erreicht werden. Das bedeutet mit einer Kilowattstunde Strom können 3 bzw. 4 Kilowattstunden Wärme bereit  gestellt werden.

Berücksichtigt man die Tatsache, dass in einem kalorischen Kraftwerk 2,5 bis 3 Kilowattstunden fossile Energie benötigt werden um eine kWh Strom herzustellen, relativiert sich der Vorteil der Wärmepumpe allerdings. Ökologisch einwandfrei sind Wärmepumpen die mit Ökostrom betrieben werden. Irreführend ist die Annahme, dass die Kombination einer Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe „energieautark“ macht.

Die Photovoltaikanlage produziert im Winter kaum Strom und man nutzt überwiegend Strom aus kalorischen Kraftwerken. Im Sommer, wenn die Photovoltaik viel Strom produziert, gibt es dagegen oft ohnehin einen beträchtlichen Stromüberschuss, sodass der eingespeiste Strom einen begrenzten ökologischen Nutzen hat.

3. Komfort

Der Komfort einer Pelletheizung ist vergleichbar mit dem Komfort einer Ölheizung. Einziger Unterschied ist, dass ein- bis zweimal pro Heizsaison die Aschebox entleert werden muss. Alles andere erledigt der Heizkessel automatisch. Die Brennstoffbelieferung erfolgt wie bei der Ölheizung durch einen Tankwagen, der den Brennstoff in den Keller pumpt.

Eine Wärmepumpe bietet – bei geeigneten Voraussetzungen – ein noch höheres Komfortniveau, da Ascheentsorgung oder Brennstoffbestellung wegfallen. Allerdings können die Lärmemissionen durch den Ventilator der Luftwärmepumpe ein Problem darstellen. Bei sehr kalter Witterung tritt außerdem nicht selten ein Problem mit nicht ausreichender Heizleistung auf, sodass die komfortable Wohnraumtemperatur häufig nicht erreicht wird.

Wir hoffen Sie fanden diesen Heizsysteme Vergleich hilfreich!

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