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9. September 2015

Neue Heizung oder Wärmedämmung [Studie]

neue heizung oder wärmedämmung

Viele Haushalte stehen vor dem Problem, wie sie mit ihrem hart ersparten Geld am besten ihre Energiekosten senken und darüber hinaus auch noch einen Beitrag zu einer besseren Umwelt leisten können. Dabei stellt sich für viele die Frage: Neue Heizung oder Wärmedämmung?

Die Antwort auf diese Frage finden Sie in einer Studie der Johann Keppler Universität Linz im Auftrag des Dachverbandes Energie-Klima: Der Tausch der alten Heizanlage bringt wesentlich mehr Kosten- als auch Umweltvorteile gegenüber einer Wärmedämmung.

In diesem Blogbeitrag haben wir für Sie die wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie zusammengefasst.

Die untersuchten Sanierungsstrategien

In der Studie werden 3 Modellgebäude untersucht: Wohngebäude mit je 1, 6 und 16 Wohneinheiten. Für den Zustand der Gebäude wurden die Baujahre 1971 bis 1980 angenommen. Bei der Untersuchung haben die Experten den Energieverbrauch, die Kosten und die CO2 Reduktion bei der  thermischen Sanierung (Dämmung) und bei  Anlagensanierung (Erneuerung der Heizung) berechnet und gegenübergestellt.

Wobei bei der thermischen Sanierung der Tausch der Fenster und Türen sowie die Dämmung der gesamten Gebäudehülle angenommen wurde.

Bei der Anlagensanierung wurden folgende Heizungsvarianten berücksichtigt:

  • Holz-Stückgut
  • Pellets
  • Hackschnitzel
  • Luftwärmepumpe
  • Erdwärmepumpe

Bis viermal höhere Einsparungen beim Tausch der Heizanlage gegenüber Dämmung

Bei der finanziellen Betrachtung wurden die jeweiligen Gesamtkosten untersucht. Beim Tausch der Heizanlage umfassen die Kosten die Investitionskosten und die Kosten für den Verbrauch und den Betrieb. Bei der Dämmung hingegen gibt es nur die Investitionskosten. Auch die Kapitalkosten wurden über die Lebensdauer berücksichtigt.

Die jährlichen Einsparungen durch die thermische Sanierung (Dämmung) liegen bei einem Wohnhaus mit einer Wohneinheit bei 10,6%. Demgegenüber beträgt die Einsparung bei der Sanierung der Heizanlage zwischen 14,6% und 34,8%. Bei dem Wohngebäude mit 16 Wohneinheiten beträgt die Einsparung durch den Tausch der Heizanlage sogar bis zu 43,3%. Also bis zu viermal mehr als bei der Dämmung.

Die durchwegs geringeren jährlichen Gesamtkosten durch den Tausch der Heizungsanlage resultieren unter anderem durch kostengünstigere Heizmittel gegenüber dem dominierten Einsatz von Heizöl bei der untersuchten Referenzgruppe.

Halb so lange Amortisierungszeiten beim Tausch der Heizanlage gegenüber Dämmung

Die Refinanzierung ist daher beim Tausch der Heizung auch schneller erreicht als bei der Dämmung. Bei der Berechnung der Amortisationszeit wurde angenommen, dass die Maßnahmen zu 100% kreditfinanziert (jährlicher Zinssatz 5%) werden. Über alle Gebäudearten werden bei der Sanierung der Heizung Amortisationszeiträume von 5 bis 21 Jahre erreicht. Die Amortisationszeit für die thermische Sanierung ist wesentlich länger und liegt zwischen 32 und 33 Jahre.

Wesentlich mehr CO2 Reduktion wird bei der Sanierung der Heizanlage erreicht

Nicht unwesentlich bei der Entscheidung der Sanierungsart ist sicher auch das Maß an CO2 Einsparung. Auch da spricht alles für die Sanierung der Heizanlage. Beim Tausch der Heizanlage  können die jährlichen Emissionen von CO2 bis zu 90,3% betragen. Bei der thermischen Sanierung lediglich bis zu 64,8%.

Die hohen CO2 Einsparungen ergeben sich bei der Sanierung der Heizanlage durch den Wechsel des Energieträgers auf erneuerbare Energie. Die  höchste Reduktion  ist mit  dem Umstieg  auf CO2-neutrale Festbrennstoffe wie Stückgut, Pellets oder Hackschnitzel erreichbar.

Conclusio: Neue Heizung oder Wärmedämmung

Die vorliegende Studie zeigt deutlich, dass der Tausch der Heizungsanlage wesentlich größere Vorteile als die Dämmung bringt. Die jährlichen Kosten sind geringer als bei der Dämmung. Die Amortisationszeit ist kürzer und wesentlich mehr CO2 wird eingespart.

 

 

 

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