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13. Juli 2016
News und Blog

Der Mythos Heizwert bei Pellets

Energiewert, Heizwert oder Brennwert? Wie viel Energie ist in meinen Pellets enthalten und wie viel davon kann ich in meiner Heizung nutzen?

Heizwert von Pellets

Wie viel Wärme steckt in Pellets?

Auch wenn die Tage noch lang und die Nächte lau sind: Es lohnt sich, schon im Sommer an die nächste Heizsaison zu denken. Wer rechtzeitig seinen Vorrat auffüllt und offene Fragen klärt, wird von den ersten kühlen Herbsttagen nicht kalt erwischt.

Beim Pelletkauf stellt sich unter anderem die Frage: Wie viel Energie steckt im Brennstoff – und woran lässt sich das erkennen? Wer Angebote vergleicht, stößt auf Begriffe wie Heizwert und Brennwert. Was sie bedeuten und worauf es beim Vergleich ankommt, lässt sich auch ohne Physik- oder Chemiestudium verstehen.

Heizwert und Brennwert: zwei Größen, klar unterschieden

Für den Energieinhalt eines Brennstoffs sind verschiedene Bezeichnungen im Umlauf. Entscheidend sind zwei Kennzahlen: **Heizwert und Brennwert**. Früher sprach man auch vom „unteren Heizwert“ und vom „oberen Heizwert“. Der untere entspricht dem heutigen Heizwert, der obere dem Brennwert. Allgemeine Begriffe wie „Energiegehalt“ lassen dagegen offen, welche der beiden Größen gemeint ist.

Der Unterschied liegt im Umgang mit dem Wasserdampf, der bei der Verbrennung entsteht. Er stammt sowohl aus der Feuchtigkeit der Pellets als auch aus der Verbrennung des im Holz enthaltenen Wasserstoffs.

**Der Heizwert** gibt an, wie viel Wärme bei der vollständigen Verbrennung frei wird, wenn das Wasser dampfförmig bleibt. Die Wärme, die sich durch die Kondensation dieses Wasserdampfs zusätzlich gewinnen ließe, ist darin nicht enthalten.

**Der Brennwert** berücksichtigt auch diese zusätzliche Wärme. Er ist deshalb höher als der Heizwert. Brennwertkessel nutzen diesen Vorteil: Sie kühlen die Abgase so weit ab, dass Wasserdampf kondensiert und dabei Wärme an das Heizsystem abgibt.

Wie viel Wärme tatsächlich in den Wohnräumen ankommt, hängt außerdem von der Effizienz und dem Zustand der gesamten Heizungsanlage ab.

Pellets vergleichen: auf die Bezugsgröße achten

Für den Vergleich von Pellets ist der Heizwert eine wichtige Orientierung. Er wird üblicherweise in **Kilowattstunden pro Kilogramm (kWh/kg)** angegeben. Ein Heizwert von 4,8 kWh/kg bedeutet beispielsweise, dass ein Kilogramm Pellets rechnerisch 4,8 Kilowattstunden Wärme freisetzt – bevor die Verluste der Heizungsanlage berücksichtigt werden.

Wichtig ist, nur Angaben miteinander zu vergleichen, die sich auf dieselbe Grundlage beziehen. Neben der Unterscheidung zwischen Heizwert und Brennwert spielt dabei der Wassergehalt eine Rolle: Ein Wert für vollständig trockenes Holz fällt höher aus als ein Wert für Pellets im Anlieferungszustand. Für den Einkauf ist entscheidend, wie viel Energie die tatsächlich gelieferten Pellets enthalten.

Bei hochwertigen Holzpellets liegen die Heizwerte häufig nahe beieinander. Kleine Unterschiede allein sind deshalb meist kein ausschlaggebendes Kaufargument. Auch die verlässliche Qualität, der Preis und eine fachgerechte Lieferung zählen.

ENplus bietet Orientierung

Eine Orientierung beim Kauf bietet das Qualitätssiegel ENplus. Die Zertifizierung legt Anforderungen an die Eigenschaften der Pellets und an die Qualitätssicherung entlang der Lieferkette fest.

Zu den bewerteten Eigenschaften gehören neben dem Heizwert unter anderem der Wasser- und Aschegehalt sowie die mechanische Festigkeit. Für den Heizwert ist der Anlieferungszustand maßgeblich. Das erleichtert den Vergleich und hilft, Angaben richtig einzuordnen.

Besonders hohe Energiewerte sollte man daher genauer ansehen: Handelt es sich um den Heizwert oder den Brennwert? Bezieht sich die Zahl auf die gelieferten Pellets oder auf die Trockenmasse? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ist ein sinnvoller Vergleich möglich.

Wie Holzart und Feuchtigkeit den Heizwert beeinflussen

Der Heizwert von Holz hängt unter anderem von der Holzart und vom Wassergehalt ab. Dabei hält sich ein verbreitetes Missverständnis: Hartholz wie Buche liefere grundsätzlich mehr Energie als Nadelholz wie Fichte.

Das stimmt nur bei bestimmten Vergleichen. Bezogen auf das Volumen enthält dichtes Hartholz in der Regel mehr Energie. Deshalb ist der Unterschied beim Kauf von Scheitholz nach Raummaß relevant. Vergleicht man dagegen das Gewicht bei gleichem Wassergehalt, können Nadelhölzer einen etwas höheren Heizwert aufweisen.

Für Pellets, die nach Gewicht verkauft werden, ist dieser Unterschied jedoch gering. Wesentlicher ist eine gleichbleibende Brennstoffqualität.

Auch die Feuchtigkeit beeinflusst den Heizwert: Je mehr Wasser ein Brennstoff enthält, desto mehr Energie wird benötigt, um es zu verdampfen. Da hochwertige Pellets einen niedrigen und weitgehend gleichmäßigen Wassergehalt aufweisen, schwankt ihr Heizwert vergleichsweise wenig.

Mehr Pellets verbraucht? Die Ursachen sind vielfältig

Ist das Pelletlager am Ende des Winters leerer als im Vorjahr, liegt der Verdacht nahe, dass der Brennstoff weniger Energie geliefert hat. Bei gleichbleibender Pelletqualität erklären geringe Heizwertunterschiede einen deutlich höheren Verbrauch allerdings meist nicht.

Häufig lohnt sich zunächst ein Blick auf das Wetter und die Heizgewohnheiten: War der Winter kälter oder die Heizperiode länger? Wurden mehr Räume beheizt, die Raumtemperaturen erhöht oder mehr Warmwasser benötigt?

Auch der Zustand und die Einstellung der Heizungsanlage spielen eine Rolle. Ablagerungen am Wärmetauscher können die Wärmeübertragung verschlechtern. Luft in den Heizkörpern, eine ungünstig eingestellte Heizkurve oder Probleme bei der Wärmeverteilung können den Betrieb ebenfalls beeinträchtigen.

Moderne Pelletkessel regeln die Verbrennung automatisch. Regelmäßige Wartung und eine passende Einstellung bleiben dennoch wichtig. Steigt der Verbrauch ohne erkennbare Ursache, kann ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen.

Wer beim Pelletkauf auf geprüfte Qualität und vergleichbare Angaben achtet und seine Heizung regelmäßig warten lässt, schafft gute Voraussetzungen für eine effiziente Heizsaison.

Photo credit: Andrew Writer

Tags:
  • Forschung,
  • HighTech

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