29. Juli 2025
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Turbo und Zeitlupe beim Ölheizungsausstieg – Tirol Schlusslicht, Wien Vorreiter
Ein aktueller Bundesländervergleich von proPellets Austria zeigt deutliche Unterschiede beim Tempo des Ölheizungsausstiegs in Österreich. Nur vier Bundesländer – Wien, Salzburg, Oberösterreich und Niederösterreich – schaffen den Abschied vom Heizöl bis 2035. Während Wien bereits 2028 vollständig aussteigen könnte, wird Tirol diesem Ziel im derzeitigen Tempo erst 2044 gerecht.
„Wir können uns das Zeitlupentempo einzelner Bundesländer beim Umstieg auf nachhaltiges Heizen angesichts der drohenden Klimakatastrophe nicht leisten“, betont Doris Stiksl, Geschäftsführerin von proPellets Austria. Eine moderne Pelletheizung verursacht im Vergleich zur Ölheizung 98 Prozent weniger CO₂ – ein essenzieller Hebel für den Klimaschutz.
Stiksl fordert mehr Engagement von den Ländern und einen klaren rechtlichen Rahmen auf Bundesebene: „Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz, das an der damaligen Koalition gescheitert ist, hätte den Ölheizungsausstieg bis 2035 verankert – dieses Ziel muss nun dringend umgesetzt werden.“
Tirol, Kärnten und Burgenland am langsamsten
Besonders im Westen und Süden wird noch stark auf Öl gesetzt. In Tirol sind derzeit 89.446 Ölheizungen in Betrieb, in der Steiermark knapp dahinter mit 87.110. Auf die Haushaltszahl umgerechnet liegt Tirol mit 260 Ölheizungen pro 1.000 Hauptwohnsitzen deutlich an der Spitze – vor Vorarlberg (181) und Kärnten (170).
Großes Potenzial für den Standort Österreich und Arbeitsplätze
Trotz der ernüchternden Zahlen sieht Stiksl auch Chancen: „Der Ausstieg aus Öl birgt enormes Potenzial für unsere heimische Heizkesselindustrie sowie für das Gewerbe und Handwerk. Jetzt gilt es, ins Tun zu kommen.“

